Einjähriges beim Repair-Café Hünxe-Bruckhausen

 

Als vor einem Jahr am 9. September das Repair-Café „Unsere Arche“ in Bruckhausen erstmalig öffnete, war nicht vorher zu sehen, welchen Bedarf der Männerkreis in der Gemeinde und der näheren Umgebung damit geweckt hatte. Während am Eröffnungstag ca. 25 Besucher mit konkretem Reparaturwünschen gekommen waren, konnten wir bereits bei der zweiten Veranstaltung über 70 Gäste begrüßen. Da über Presse, Radio und Fernsehen auf unsere neue Einrichtung hingewiesen worden war, kamen selbst von der anderen Rheinseite aus Moers und Rheinberg Hilfesuchende.

 

Inzwischen ist das Repair-Café in der Gemeinde zu einer festen Institution geworden. Leider gelingt es uns trotz des 10-köpfigen Reparaturteams nicht, alle aktuellen Tagesfälle am Öffnungstag zu reparieren. Bis zum nächsten Reparaturtermin findet sich deshalb das Team jeweils donnerstags ein, um den Großteil der liegengebliebenen Gerätschaften fertig zu stellen. Längere Wartezeiten können dabei entstehen, wenn sich entweder die Fehlersuche oder die Ersatzteilbeschaffung als aufwendig erweist. Gott sei Dank hilft die Internetrecherche und manchmal auch eine Email-Anfrage oder ein klärendes Telefonat mit möglichen Reparaturfachbetrieben. In einem Fall ging die Anfrage sogar nach Irland und eine Ersatzteilbeschaffung kam direkt aus China.

 

Wir können erfreulicherweise feststellen, dass uns selbst von externen Fachfirmen entscheidende Tipps gegeben werden, wenn wir auf die ehrenamtliche Einrichtung unseres Repair-Cafés hinweisen.

 

Die hohe Zustimmung zum Repair-Café wird auch deutlich an den freundlichen Kuchenspenden. So erhielten wir von einer Dame aus Dinslaken ohne die Gegenleistung einer Reparatur ein Dutzend Donuts vom Ehemann vorbeigebracht. Auch haben sich unsere Ehefrauen mit Engagement der Kaffeetheke angenommen und managen den Café-Bereich recht erfolgreich.

Ein bisschen Statistik

Mit dem eingeführtem Nummernsystem, den Reparatur- und Abholscheinen haben wir sehr schnell einen Weg gefunden, der uns hilft, die Abläufe effizient zu gestalten und die Reparaturschwerpunkte hinreichend zu dokumentieren. Auf diese Weise sind wir jetzt in der Lage, die Ergebnisse  nach einem Jahr auszuwerten und eine kleine Erfolgsstatistik vorweisen.

(Stand Ende Mai 2014)

 

Von den ca. 440 Reparaturfällen (Stand Ende Mai 2014) konnten ca. 78% erfolgreich behoben werden.

Bei dem Großteil der Geräte handelt es sich um Elektrogeräte aus Haushalt und Hobby und Unterhaltungstechnik. Hier kommen wir immerhin auf eine Erfolgsquote von ca. 75%.

Während uns bei Fehlern in der Mechanik oder Elektrik vor keiner Situation bange wird, haben wir vor der modernen Elektronik mit ihrer hochintegrierten Technik den nötigen Respekt und sehen hier mangels Wissen, Werkzeug und techn. Unterlagen auch kaum eine Möglichkeit für eine erfolgreiche Reparatur. Eine Chance für weitere ehrenamtliche Experten diese konkrete Lücke zu schließen. Es zeigt sich, dass hier aber auch nicht mit vielen Mängeln zu rechnen ist und unsere Erfolgsstatistik somit auf einem hohen Niveau bleibt. (Stand Ende Mai 2014)

 

Woher kommen unsere Besucher?

Das Repair-Café „Unsere Arche“ in Hünxe-Bruckhausen ist inzwischen über Mund zu Mund Propaganda weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt geworden. Wir sind immer wieder überrascht, woher unsere Besucher kommen. Selbst die Anfahrt aus Xanten, Bocholt, Essen, Mettmann, Hamminkeln, Alpen oder Moers scheint man gerne in Kauf zu nehmen, um sich der Unterstützung des Repair-Cafés zu bedienen.

(Stand Ende Mai 2014)

 

Kopieren erwünscht

Wiederholt erhalten wir Anfragen von außerhalb, ob man sich vor Ort über unsere Arbeit informieren darf, da man ebenfalls ein Repair-Café plant. So konnten wir bereits an diverse soziale Einrichtungen aus Goch, Bocholt, Dinslaken und Wesel unsere Erfahrungen weitergeben.

Nach wie vor macht es allen Teammitgliedern sehr viel Spaß, helfen zu können und mit dem Repair-Café einen neuen lebendigen Treffpunkt im Dorfzentrum geschaffen zu haben. Die kleinen und großen Erfolgserlebnisse einer erfolgreichen Reparatur und die dankbaren Besucher geben uns auch für die Zukunft die Gewissheit, mit dem Repair-Café einen richtigen Weg in der Gemeindearbeit eingeschlagen zu haben.

 

Johannes Pütter