Unsere Sonderschichten

Unser erster Repair Cafetag am 12. September war geprägt durch Besucherpräsenz mit defekten Gerätschaften als auch durch Interessierte, die sich ein erstes Bild von der neuen Einrichtung machen wollten. Unserer Einladung im Vorfeld waren sowohl kirchliche als auch politische Funktionsträger gefolgt, so dass wir mit der großen Resonaz am ersten Tag sehr zufrieden sein konnten.

Nachdem dann sowohl die Presse als auch Radio KW und der WDR im Anschluß über unser Cafe berichtet haben, wurde das Repair Cafe in Hünxe-Bruckhausen am ganzen Niederrhein bekannt. Wir konnten folglich am zweiten Öffnungstag, den 14.10. dem Andrang kaum noch Herr werden.

 

Bei über 60 Reparaturen waren wir mit der Mannschaft nicht in der Lage, an diesem Tag alle Besucher zu bedienen. Wir waren gezwungen, da schon viele Besucher nach dem Genuss des gespendeten Kaffees und Kuchen wieder gegangen waren, die Geräte einzulagern, um dann bis zum nächsten Repair Cafetermin alles zu reparieren. Schließlich würden mit dem nächsten Termin wieder neue Reparaturen anstehen, die es nach Möglichkeit galt, sofort zu reparieren.

Wir haben dann die folgenden Wochen jeweils Donnerstags genutzt, um die Geräte nach und nach zu reparieren. Sobald Reparaturen erfolgten, wurden die Besucher informiert, die sich dann die Geräte abholen konnten. Bis zum Termin am 10.11. war dann auch alles erledigt und wir waren gespannt, ob sich der Ansturm fortsetzen würde.

Durch den großen Andrang war auch unser geplantes System der Reparaturverfolgung und der korrekten Geräterückgabe nur schwierig durchzuhalten und wir führten deshalb beim dritten Repair Cafe erstmalig eine neue Kennzeichnungsform ein. Diese besteht aus einer eindeutigen Nr. die sich als Etikett auf dem Gerät befindet, auf dem Reparaturschein vermerkt wird und die sich auf einem Abholschein ebenfalls wiederfindet.

Die Nrn. stammen von einer Etikettenrolle mit selbstklebenden Etiketten. Jede Nr. ist dreifach vorhanden. So kann bei der Geräteannahme und Erfassung des Fehlers diese eindeutige Kennzeichnung zwischen Gerät, Reparaturschein und Abholschein getroffen werden. Besucher, die ihr Gerät abholen, müssen es nicht großartig beschreiben oder aus der Vielzahl selbst heraussuchen, sondern können vom Rüdiger an Hand des Abholscheins ihr Gerät erhalten.

Dieses System hat sich am dritten Termin im Nov. voll bewährt. Mit über 70 Reparaturen wurde der Rekord vom Oktober noch mal übertroffen und wir waren wieder gefordert, in Sonderschichten den Reparaturberg abzuarbeiten.

Diese Sonderschichten haben mittlerweile für das Team einen besonderen Stellenwert erhalten. Sie werden auch nicht als Last empfunden, wenn einmal pro Woche das Team zum gemeinsamen Reparieren zusammenkommt. Erkennbar ist es daran, dass nicht nur die aktiven Reparaturexperten kommen sondern auch die Teammitglieder, die das Café mit ihren organisatorischen Aufgaben besetzen.

Vielleicht liegt aber auch nur an der guten Küche. Denn regelmäßig verwöhnt uns Fitti mit einem selbstgekochtem Mittagessen. Und kochen kann er. Diese Mittagspause ist inzwischen Ritual und bietet uns Gelegenheit sowohl technische, organisatorische und sonstige Themen zu besprechen.

Um den Arbeitsaufwand zwischen den Repair Cafeterminen in Grenzen zu halten, wird zukünftig pro Besucher nur noch ein Schadensfall angenommen. Letztendlich möchten wir auch zu einer Arbeitsweise kommen, die das gemeinsame Reparieren mit dem Besucher im Fokus hat und das ist nur möglich, wenn pro Sitzung max. 15-20 Reparaturen anstehen.

 

Johannes Pütter